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Marcuse, Herbert

Die Studentenbewegung und ihre Folgen. Mit einer einleitenden Studie von Wolfgang Kraushaar
Nachgelassene Schriften Bd. 4

Herbert Marcuse hatte sich schon früh in der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung und gegen den US-Krieg in Vietnam engagiert. Folgerichtig erkannte die »junge Protestbewegung« in dem »alten« kritischen Theoretiker daher ihren Kopf. »Marx, Mao, Marcuse«, das waren die drei als gefährlich geltenden »M« der 60er Jahre. Mit solidarischer Distanz reflektierte Marcuse die großen Schlagworte der Protestbewegung: Neue Sensibilität, Große Verweigerung, Solidarität, konkrete Utopie, Natur und Revolution.
Die Nachlaßtexte, die in Die Studentenbewegung und ihre Folgen erstmals auf deutsch veröffentlicht werden, zeigen, wie eng der Kontakt Marcuses zu den revoltierenden Studenten in den USA und Europa war. Mit einflußreichen Akteuren der Bewegung wie Rudi Dutschke und Angela Davis verband Marcuse eine lange Freundschaft. Kaum eines der großen politischen Ereignisse während der 60er und 70er Jahre wurde von ihm nicht kommentiert und analysiert.
Die Themen des vierten Bandes der Nachlaßausgabe reichen von der Cuba-Krise über den Vietnam-Krieg und den Höhepunkt der Revolte bis hin zur Reflexion auf die Fehler der Studentenbewegung und die Möglichkeiten von Protest in einer unsolidarischen Gesellschaft. Kaum bekannt war bisher, daß Marcuse sich zum Israel-Palästina-Konflikt mehrmals geäußert hat. Die Texte zu diesem brisanten Thema sind in diesem Band ebenso erstmals versammelt wie die zahlreichen Stellungnahmen zu Angela Davis und der Briefwechsel mit Rudi Dutschke.

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